Think Tank des Plaidoyer Social

Schulabbrüche frühzeitig erkennen und gemeinsam verhindern
9. Juli 2026 durch
FEDAS Luxembourg asbl, Lara Mack

Schulabbrüche entstehen nicht von heute auf morgen. Oft gehen ihnen persönliche, familiäre oder schulische Herausforderungen voraus, die sich schrittweise entwickeln. Um sich mit diesen Realitäten auseinanderzusetzen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten, organisierte das Plaidoyer Social der FEDAS Luxemburg am 30.06. den bereits zweiten Austausch des Think Tank 0/12 zum Thema Schulabbrüche.​

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie Warnsignale frühzeitig erkannt und Schülerinnen und Schüler rechtzeitig unterstützt werden können. Schnell wurde deutlich, dass es keine allgemeingültige Ursache für einen Schulabbruch gibt. Hinter jeder Situation steht eine individuelle Geschichte, die eine ebenso individuelle Begleitung erfordert.

Anhand verschiedener Fallbeispiele diskutierten die Teilnehmenden, wie Schulen, Familien, soziale Dienste und weitere Fachkräfte enger zusammenarbeiten können, um junge Menschen bestmöglich zu begleiten. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung von Schwierigkeiten, einer offenen Kommunikation sowie einer guten Koordination zwischen allen beteiligten Akteuren hervorgehoben.

Die Diskussionen machten zudem deutlich, mit welchen Herausforderungen viele Kinder und Jugendliche heute konfrontiert sind. Familiäre Instabilität, Mobbing, emotionale Belastungen, psychische Gesundheit oder neurodiverse Profile wie ADHS können den Schulalltag erheblich beeinflussen. Gleichzeitig wurde betont, dass schulischer Erfolg nicht ausschließlich an Leistungen gemessen werden darf. Ebenso wichtig ist es, das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt zu stellen und ihre individuellen Stärken zu fördern.

Ziel sollte es sein, den jungen Menschen schon abzuholen und zu Begleiten, ehe eine Problematik entsteht, die zu einem Schulabbruch führt. Der Thinktank setzt es sich zum Ziel diese Methoden und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeitet. Dazu gehören eine bessere Sichtbarkeit bestehender Unterstützungsangebote, eine engere Begleitung von Familien, eine stärkere Koordination zwischen Schule, Elternhaus und Hilfsdiensten sowie ein verstärkter Fokus auf die sozialen und emotionalen Kompetenzen junger Menschen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Erkenntnis, dass Prävention nur dann gelingen kann, wenn alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung übernehmen und kontinuierlich im Austausch bleiben.

Die Denkgruppe kam erneut zum Ergebnis, dass die Prävention von Schulabbrüchen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Familien, Fachkräften und Unterstützungsdiensten können Kinder und Jugendliche frühzeitig begleitet und auf ihrem Bildungsweg nachhaltig gestärkt werden.​

Die FEDAS bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement, ihre wertvollen Erfahrungen und die zahlreichen konstruktiven Beiträge. Die Erkenntnisse aus dem Think Tank werden in die weitere Arbeit des Plaidoyer Social einfließen und dazu beitragen, die Diskussion über wirksame Maßnahmen, bis hin zur Erstellung von konkreten Initiativen und einem Methodenkoffer, zur Prävention von Schulabbrüchen weiter voranzubringen.

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